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Visum ohne Prüfung genehmigt? Was die Pannen bei Immigration New Zealand für Ihren Antrag bedeuten

Visa-Ratgeber · 30.09.2026 · 4 Min. Lesezeit

Eine Frau und ein Mann prüfen Unterlagen neben einem Laptop, mit Blick auf die Skyline und den Hafen von Auckland.

Wer ein Visum beantragt, stellt sich meist vor, dass eine geschulte Sachbearbeiterin die Akte liest. In Neuseeland ist das nicht immer so gewesen. Unterlagen für die Regierung, die am 30. September 2026 bekannt wurden, zeigen: Softwarefehler im Online-System von Immigration New Zealand (INZ) haben einige Anträge ganz ohne Prüfung durch einen Menschen genehmigt. Wenn Sie aus Deutschland einen Antrag für Neuseeland planen, können Sie daraus einiges lernen.

Was passiert ist

Betroffen ist ADEPT, das Online-System von INZ zur Bearbeitung von Visa, das seit 2022 läuft. Ein technischer Fehler ließ manchmal denselben automatischen Ablauf mehrfach bei einem Antrag laufen. Dadurch wurden Schritte doppelt ausgeführt und die Prüfung durch einen Sachbearbeiter übersprungen.

Die anschließende Überprüfung ergab:

  • 32 Besuchervisa, die über rund drei Jahre ohne manuelle Prüfung genehmigt wurden
  • 23 Anträge im Job Check, die 2022 ohne manuelle Prüfung genehmigt wurden. Im Job Check zeigt ein akkreditierter Arbeitgeber, dass er zuerst versucht hat, eine Person aus Neuseeland einzustellen.

Inzwischen wurden alle Besuchervisa von technischen Fachleuten geprüft. 20 der Visuminhaber sind bereits nach Neuseeland gereist, ohne dass Probleme festgestellt wurden. Sechs Akten wurden wegen Risikofaktoren neu geprüft, und bei einer wurde die Ablehnung empfohlen.

Nicht die einzige Panne

Auch andere Probleme zeigen, dass das System holprig lief. 2025 wurde 364 Antragstellern für Besuchervisa mit mehrfacher Einreise für Eltern und Großeltern eine Frage zu Aufenthalten im Zusammenhang mit Tuberkulose nicht gestellt, 295 von ihnen bekamen ein Visum. Das Risiko im Einzelfall gilt als relativ gering, die Betroffenen sollen kontaktiert werden. Außerdem verloren rund 2.300 Unternehmen, deren Akkreditierung abgelaufen und erneuert worden war, im System den Überblick über ihre Beschäftigten aus dem Ausland. Und im August 2026 konnten manche Antragsteller für Besuchervisa nach einem Update ihre Entwürfe nicht mehr abschicken, sobald eine zweite Person hinzugefügt wurde. Eine dauerhafte Lösung kam innerhalb weniger Tage.

Das größere Thema: Entscheidungen durch Menschen

Die Regierung hatte erklärt, Automatisierung solle bei Genehmigungen helfen, Ablehnungen aber sollten beim Personal bleiben. Automatische Entscheidungen sind nach dem Einwanderungsrecht erlaubt, doch INZ hatte sie offenbar noch nicht eingesetzt. 2025 hieß es, bis zu den nötigen Daten und Tests würden noch rund zwei Jahre vergehen. Diese Genehmigungen waren also kein geplanter Start, sondern ein ungewollter Fehler. Dazu kommt ein weiteres Problem: Das Programm Our Future Services für 336 Millionen Dollar muss neu begründet werden, nachdem die erwarteten Einsparungen um 134 Millionen Dollar zu hoch angesetzt waren. Ein Bericht soll bis April 2027 vorliegen.

Was das für Sie bedeutet

Für ehrliche Bewerber deutet nichts auf ein Risiko hin. Es geht um Einheitlichkeit und Kontrolle, nicht um falsche Ablehnungen. Eine schnelle Genehmigung heißt aber nicht, dass Ihre Akte so gründlich geprüft wurde, wie es sein sollte, und später entdeckte Fehler können zu Rückfragen führen. Arbeitgeber, die Fachkräfte sponsern, sollten ihre Übersicht im System mit den eigenen Unterlagen abgleichen, besonders nach einer abgelaufenen und erneuerten Akkreditierung.

Häufige Fehler bei Online-Anträgen

Viele speichern ihre eingereichten Seiten und Bestätigungen nicht. Bewahren Sie Kopien aller Eingaben, Bestätigungen, ärztlichen Ergebnisse und Nachrichten auf. Ein zweiter Fehler: Fragen zu Gesundheit und Leumund nur dann zu beantworten, wenn das System danach fragt. Beantworten Sie sie vollständig, und halten Sie bei Bedarf Ihr Führungszeugnis vom Bundesamt für Justiz bereit. Reagieren Sie schnell auf Nachfragen und prüfen Sie Ihren Antragsstatus regelmäßig, statt Stille als gutes Zeichen zu deuten. Wenn Ihnen etwas ungewöhnlich vorkommt, holen Sie sich Rat bei lizenzierten Immigration Advisern.

Offene Stellen bei akkreditierten Arbeitgebern finden Sie unter Jobs in Neuseeland. Wie Neuseeland und seine Partnerländer Daten austauschen, lesen Sie in unserem Beitrag zum gestoppten Austausch von Strafregisterdaten, und was sich bei Neuseelands Einwanderung insgesamt ändert, in unserem Artikel zur Reform der neuseeländischen Einwanderung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ADEPT?

Das Online-System von Immigration New Zealand zur Bearbeitung von Visumanträgen, das seit 2022 läuft. Durch einen Fehler wurden einige Anträge ohne Prüfung durch einen Menschen genehmigt.

Ist mein Antrag durch die Pannen gefährdet?

Für ehrliche Anträge deutet nichts darauf hin. Später entdeckte Fehler können aber zu Rückfragen führen, reagieren Sie darauf schnell.

Was ist der Job Check?

Im Job Check zeigt ein akkreditierter Arbeitgeber in Neuseeland, dass er zuerst versucht hat, eine Person aus Neuseeland für die Stelle zu finden. 2022 wurden 23 solcher Anträge ohne manuelle Prüfung genehmigt.

Wie schütze ich mich bei einem Online-Antrag?

Speichern Sie Kopien aller Seiten und Bestätigungen, beantworten Sie Fragen zu Gesundheit und Leumund vollständig und prüfen Sie Ihren Status regelmäßig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Softwarefehler in ADEPT haben einige Anträge ohne menschliche Prüfung genehmigt.
  • Betroffen waren 32 Besuchervisa und 23 Anträge im Job Check.
  • Für ehrliche Bewerber besteht nach heutigem Stand kein erkennbares Risiko.
  • Bewahren Sie Kopien aller Unterlagen auf und beantworten Sie alle Fragen vollständig.

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