Training Visa (Subclass 407): Warum ab dem 11. März 2026 erst der Sponsor genehmigt sein muss
Visa-Ratgeber · 14.08.2026 · 4 Min. Lesezeit

Ein Praktikum, ein strukturiertes Ausbildungsprogramm oder eine berufliche Weiterbildung in Australien: Dafür gibt es das Training Visa (Subclass 407). Für Menschen aus Deutschland, die so Erfahrung im australischen Arbeitsalltag sammeln wollen, und für die Betriebe, die sie aufnehmen, ändert sich ab dem 11. März 2026 etwas Grundlegendes. Es geht nicht um neue Unterlagen, sondern um die Reihenfolge der Schritte.
Bisher: alles parallel einreichen
Bis zu diesem Stichtag konnte ein Betrieb drei Anträge fast gleichzeitig stellen: die Zulassung als Sponsor, die Nominierung der Person und den Visumantrag selbst. Entscheidend war nur, dass Sponsor und Nominierung genehmigt waren, bevor das Visum erteilt wurde. Vieles ließ sich also unterwegs klären.
Ab 11. März 2026: erst die Genehmigungen, dann der Visumantrag
Nach der neuen Regel ist ein Antrag auf das Training Visa nur dann gültig, wenn beim Einreichen zwei Dinge bereits feststehen:
- Der Betrieb ist als Temporary Activities Sponsor zugelassen.
- Für genau diese Person liegt eine genehmigte Nominierung für das Training Visa vor.
Eine Ausnahme gibt es für Behörden des australischen Bundes (Commonwealth agencies): Sie brauchen keine Nominierung, wohl aber die Zulassung als Sponsor.
Wer zu früh einreicht, bekommt keinen verzögerten Antrag, sondern einen ungültigen. Der Antrag gilt dann als nie gestellt. Die Visumgebühr wird zwar erstattet, doch der Platz in der Bearbeitung ist verloren, und nach den Genehmigungen beginnt alles von vorn.
Das eigentliche Risiko: eine Lücke im Aufenthaltsstatus
Bisher löste ein eingereichter Visumantrag ein Bridging Visa aus, ein Überbrückungsvisum, mit dem man während der Bearbeitung legal in Australien bleiben konnte. Ohne gültigen Antrag gibt es kein Bridging Visa. Das betrifft vor allem Personen, die schon in Australien sind, zum Beispiel mit einem Working Holiday Visum oder einem Studentenvisum. Läuft Ihr aktuelles Visum ab, während Ihr künftiger Sponsor noch auf seine Genehmigungen wartet, müssen Sie unter Umständen ausreisen oder kurzfristig ein anderes Visum beantragen, um die Bedingungen Ihres Aufenthalts einzuhalten.
So planen Betriebe richtig
Für Sponsoren verschiebt sich der Druck an den Anfang des Verfahrens. Sinnvoll ist:
- Sponsor-Zulassung und Nominierung frühzeitig einreichen, mit viel Abstand zum geplanten Beginn des Programms
- nicht auf laufende Anträge vertrauen: nur genehmigte Anträge machen den Visumantrag gültig
- den Zeitplan des Programms an den aktuellen Bearbeitungszeiten ausrichten, nicht an den Gewohnheiten von früher
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Der größte Fehler auf Bewerberseite ist ein Antrag auf Verdacht. Ein ungültiger Antrag sichert Ihnen keinen Platz, er setzt die Uhr zurück. Lassen Sie sich von Ihrem Sponsor bestätigen, dass sowohl die Zulassung als Temporary Activities Sponsor als auch Ihre Nominierung genehmigt sind. Vergleichen Sie außerdem das Ablaufdatum Ihres jetzigen Visums mit dem Zeitplan des Sponsors. Droht eine Lücke, prüfen Sie Alternativen, bevor es knapp wird.
Warum die Regierung das ändert
Die Änderung ist Teil eines größeren Vorhabens gegen die sogenannte dauerhafte Befristung (permanent temporariness): Menschen reihen ein befristetes Visum an das nächste, weil sie die Voraussetzungen für einen Daueraufenthalt nicht ganz erfüllen. Dieses Muster wird mit einem höheren Risiko der Ausbeutung in Verbindung gebracht, besonders dort, wo das Bleiberecht vom Arbeitgeber abhängt. Für seriöse Programme mit vorausschauenden Sponsoren ändert sich in der Praxis wenig. Wer dagegen auf das alte Prinzip „jetzt einreichen, später genehmigen“ gesetzt hat, verliert diesen Puffer.
Häufig gestellte Fragen
Ab wann gilt die neue Reihenfolge?
Ab dem 11. März 2026. Ab dann ist ein Antrag auf das Training Visa nur gültig, wenn Sponsor-Zulassung und Nominierung schon genehmigt sind.
Was passiert mit einem zu früh gestellten Antrag?
Er gilt als nie gültig gestellt. Die Gebühr wird erstattet, aber Sie verlieren Ihren Platz und müssen neu beginnen.
Bekomme ich während des Wartens ein Bridging Visa?
Nur mit einem gültigen Antrag. Solange Ihr Sponsor auf die Genehmigungen wartet, entsteht kein Bridging Visa.
Gilt die Ausnahme für Behörden auch für private Betriebe?
Nein. Nur Commonwealth agencies brauchen keine Nominierung. Auch sie müssen aber als Sponsor zugelassen sein.
Das Wichtigste in Kürze
- Ab dem 11. März 2026 kommt beim Training Visa (Subclass 407) zuerst die Genehmigung, dann der Visumantrag.
- Sponsor-Zulassung und Nominierung müssen beim Einreichen genehmigt sein.
- Ein zu früher Antrag ist ungültig und löst kein Bridging Visa aus.
- Prüfen Sie das Ablaufdatum Ihres aktuellen Visums rechtzeitig.
#training visa #visum 407 #australien #sponsor #nominierung #weiterbildung in australien
Nominierung durch einen Bundesstaat 2026-27: Wo Fachkräfte in Australien gerade die besten Chancen haben
Englischtest fürs Arbeitsvisum: Warum Ihr deutscher Pass als Nachweis nicht zählt
Working Holiday Australien: Was Ihnen das Visum 417 erlaubt, seit es bis 35 Jahre offensteht