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Studieren in Australien: Was Studierende aus Deutschland jetzt über Kurswechsel und seriöse Beratung wissen sollten

Neuigkeiten · 06.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Eine Studentin und ein Berater besprechen Unterlagen an einem Tisch auf einem australischen Campus.

Viele junge Menschen aus Deutschland verbringen ein Semester oder ein ganzes Studium in Australien, manche nach einem Jahr Work and Travel. Für sie hat die australische Regierung am 2. Oktober 2026 zwei Vorhaben angekündigt. Das erste betrifft Studierende, die von Kurs zu Kurs wechseln, um länger im Land zu bleiben. Das zweite richtet sich gegen Berater, die Anträge ohne echte Grundlage einreichen. Hier lesen Sie, was dahintersteckt und was Sie jetzt beachten sollten.

Ein Kurswechsel soll ein eigenes Visum erfordern

Künftig sollen internationale Studierende für den Wechsel in einen anderen Kurs ein separates Visum beantragen. Das ergänzt eine bereits früher angekündigte Regel: Wer zum Beispiel ein Bachelor- oder Masterstudium abbricht, um in eine berufliche Ausbildung (vocational program) zu wechseln, darf nicht mehr auf ein niedrigeres Niveau umsteigen.

Bis das neue Verfahren startet, gilt eine Übergangsregel: In den ersten 12 Monaten nach Kursbeginn ist kein Wechsel möglich. Ab dem 1. Juli 2027 soll ein Studentenvisum außerdem nicht mehr verlängert werden, nur weil jemand in einen anderen Kurs wechselt.

Warum die Regierung das tut

Nach Darstellung der Regierung sollen aus einem befristeten Aufenthalt nicht mehr Jahre werden, in denen Menschen von einem Visum zum nächsten wechseln. Die Schritte gehören zu einem größeren Paket: Die Nettozuwanderung soll von zuletzt knapp 300.000 im Jahr bis 2028 auf 225.000 sinken. Umgesetzt wird das über Verordnungen, nicht über neue Gesetze.

Im Blick sind auch die sogenannten Bridging Visas, also Überbrückungsvisa, die man erhalten kann, während über einen weiteren Antrag entschieden wird. Mehr als 400.000 Menschen halten derzeit ein solches Visum, viele davon internationale Studierende, die ein anderes Visum beantragt haben. Diese Zahl soll kleiner werden. Hintergründe zu den Plänen für Studierende und ihre Familien finden Sie in unserem Beitrag zur geplanten Reform der Studentenvisa.

Strengere Regeln für Migrationsberatung

Die Regierung schlägt außerdem vor, dass Migration Agents nicht mehr bei Anträgen helfen dürfen, von denen sie wissen oder vernünftigerweise wissen müssten, dass sie keine sachliche oder rechtliche Grundlage haben. Das australische Innenministerium (Department of Home Affairs) will zudem in einer Konsultation klären, wie auch Anwältinnen und Anwälte für Migrationsrecht bei ähnlichem Fehlverhalten zur Verantwortung gezogen werden können.

Wichtig ist die Einordnung: Laut Regierung geht der Schaden von einer kleinen Zahl unseriöser Akteure aus. Sie sprechen Menschen oft in schwierigen Lebenslagen an, mit irreführenden Behauptungen, falschen Versprechen und unrealistischen Zusicherungen. Als Beispiele nannte die Regierung Anträge, die nur gestellt werden, damit sie abgelehnt und dann angefochten werden, und Online-Werbung, die Menschen anleitet, falsche Schutzanträge zu stellen.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • Den Kurs nur nach dem Preis wählen und später wechseln wollen: Prüfen Sie vorher genau, ob Sie das Studium wirklich abschließen möchten.
  • Einer Beratung vertrauen, die Ihnen ein Visum verspricht: Seriöse Fachleute sagen Ihnen offen, wenn ein Antrag schwache Aussichten hat.
  • Ohne schriftliche Vereinbarung zahlen: Lassen Sie sich Beratung und Gebühren vorab schriftlich geben und bezahlen Sie nur gegen Quittung.
  • Die Registrierung nicht prüfen: Im offiziellen Register of Migration Agents können Sie nachsehen, ob eine Person dort eingetragen ist.

Für eine Stelle oder ein Sponsoring zahlen Sie niemals Geld: Das ist in Australien verboten. Erlaubt sind dagegen Honorare registrierter Migrationsagenten für eine Visumberatung, mit schriftlicher Vereinbarung und Quittung. Mehr dazu, worauf echte Bewerber achten sollten, lesen Sie in unserem Beitrag über die steigende Zahl abgelehnter Studentenvisa.

Häufig gestellte Fragen

Gilt die neue Visumpflicht für einen Kurswechsel schon?

Nein, das neue Verfahren ist noch nicht in Kraft. Bis dahin gilt die Übergangsregel: Ein Wechsel ist in den ersten 12 Monaten nach Kursbeginn nicht möglich.

Was ändert sich ab dem 1. Juli 2027?

Ab diesem Datum soll ein Kurswechsel kein Grund mehr sein, ein Studentenvisum zu verlängern. Wer wechselt, gewinnt dadurch also keine zusätzliche Zeit in Australien.

Ist mein Working Holiday Visum davon betroffen?

Das Working Holiday Visum ist ein eigenes Visum und kein Studentenvisum. Die angekündigten Schritte betreffen Kurswechsel von internationalen Studierenden. Die aktuellen Bedingungen für jedes Visum finden Sie auf den Visumseiten des Department of Home Affairs.

Woran erkenne ich eine seriöse Beratung?

Seriöse Fachleute sind im offiziellen Register eingetragen, legen Beratung und Kosten schriftlich fest und sagen Ihnen auch unbequeme Wahrheiten. Vorsicht ist geboten bei Versprechen, ungewöhnlich hohen Gebühren oder eiligen Überweisungen auf private Konten.

Ich möchte nach dem Studium arbeiten. Was kann ich vorbereiten?

Ein klarer englischer Lebenslauf hilft bei jeder Bewerbung. Mit Build AI CV können Sie Ihren CV auf Englisch erstellen. Stellen mit Visumsponsoring finden Sie in unserer Jobübersicht, die Bewerbung ist kostenlos.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für einen Kurswechsel soll künftig ein separates Visum nötig sein.
  • Bis dahin ist in den ersten 12 Monaten nach Kursbeginn kein Wechsel möglich.
  • Ab dem 1. Juli 2027 verlängert ein Kurswechsel das Studentenvisum nicht mehr.
  • Unseriöse Beratung soll stärker verfolgt werden; prüfen Sie die Registrierung im offiziellen Register.
  • Für eine Stelle oder ein Sponsoring zahlen Sie niemals Geld.

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