← Alle Beiträge

Auswandern nach Australien: Was der Kürzungsplan der Opposition für Fachkräfte aus Deutschland bedeuten könnte

Neuigkeiten · 06.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Eine Frau und ein Mann besprechen Unterlagen am Tisch einer hellen Wohnung mit Blick auf eine australische Stadt.

Wer als Handwerker, Pflegekraft oder Ingenieurin aus Deutschland über einen Job in Australien nachdenkt, hat in diesen Tagen vielleicht Schlagzeilen über drastische Kürzungen bei der Zuwanderung gelesen. Am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, hat die Opposition, das Bündnis aus Liberal Party und National Party (die Coalition), ihr Migrationskonzept vorgestellt. Die wichtigste Nachricht zuerst: Es ist ein Vorschlag. Er würde nur gelten, wenn die Coalition die nächste Bundeswahl gewinnt und die Änderungen dann umsetzt. Kein Teil davon ist Gesetz, und alle heutigen Visumregeln bleiben, wie sie sind.

Worum es der Opposition geht

Die Coalition spricht von der größten Kürzung der Zuwanderung in der Geschichte Australiens. Der Plan soll Migranten mit den Fähigkeiten bevorzugen, die das Land braucht, den Haushalt nicht belasten, mehr Wohnraum frei machen und den Druck auf öffentliche Dienste senken. Ob das gelingen würde, ist politisch umstritten; wir stellen hier nur dar, was im Konzept steht.

Die wichtigsten Zahlen

Nettozuwanderung bedeutet: Menschen, die nach Australien ziehen, abzüglich derer, die das Land verlassen. Der Plan sieht vor:

  • In den ersten zwei Jahren einer Coalition-Regierung 100.000 Menschen im Jahr.
  • Danach ein Anstieg auf rund 160.000 im vierten Jahr.
  • Mit 100.000 wäre die Nettozuwanderung, die Pandemiejahre ausgenommen, so niedrig wie seit 2004 nicht mehr und etwa auf dem Niveau der späten 1990er-Jahre.
  • Nach vier Jahren soll der Anteil der Zuwanderung an der Bevölkerung unter dem Durchschnitt einer früheren Coalition-Regierung bleiben.

Befristete Visa und Fachkräfte

Dieser Teil ist für Fachkräfte aus Deutschland besonders interessant. Die Zahl der Menschen mit befristetem Visum in Australien soll innerhalb von vier Jahren um etwa 650.000 sinken. Für das dauerhafte Fachkräfteprogramm bleibt die Obergrenze bei 185.000 Plätzen im Jahr. Langfristig will die Coalition sie bei Bedarf senken, damit die Zuwanderung unter der Zahl neu fertiggestellter Wohnungen bleibt. Arbeitsvisa für Fachkräfte sollen sich eng an den Fähigkeiten orientieren, die Australien braucht.

Für Studierende plant die Opposition ebenfalls Einschnitte: Das Temporary Graduate Visa soll wegfallen, die meisten mitreisenden Angehörigen sollen eingeschränkt werden, und die Zahl neuer internationaler Studierender soll auf 240.000 sinken. Absolventen mit Promotion, mit einem Abschluss in Gesundheit oder Bildung und von Universitäten auf dem Land sollen Zugang zu Übergangsvisa nach dem Studium haben. Wie sich die Pläne auf Arbeitgeber und Fachkräfte auswirken könnten, lesen Sie auch in unserem Beitrag zur geplanten Obergrenze der Coalition.

Auch andere Parteien haben Pläne

Die Labor-Regierung hat bereits im Vormonat eigene Änderungen angekündigt: Internationale Studierende sollen ihre Familien schwerer nachholen können, das Wechseln von Visum zu Visum soll eingedämmt werden, und Fachkräfte in Lehrberufen, im Bau und in der Landwirtschaft sollen bei Visa Vorrang bekommen. One Nation sieht sich als Auslöserin der Debatte und will die Nettozuwanderung in drei Jahren um 750.000 senken. Ein unabhängiger Abgeordneter warnte, der Plan der Coalition könne Angst und Spaltung nach Australien bringen, wie man sie aus Einwanderungsdebatten in den USA und Teilen Europas kennt. Warum viele Stimmen eher mehr als weniger Arbeitskräfte fordern, zeigt unser Beitrag über den Bedarf an Arbeitskräften.

Häufige Fehler in dieser Lage

  • Pläne aus Sorge vorschnell aufgeben: Der Vorschlag ändert heute kein einziges Visum.
  • Schlagzeilen aus sozialen Medien mehr glauben als offiziellen Seiten: Maßgeblich sind die Visumseiten des Department of Home Affairs.
  • Für eine Stelle oder ein Sponsoring zahlen: Das ist in Australien verboten. Seien Sie vorsichtig bei allen, die Ihnen ein Visum versprechen.

Häufig gestellte Fragen

Ändert sich durch den Plan schon etwas an meinem Visum?

Nein. Regeln, Obergrenzen und Bearbeitung bleiben so, bis eine künftige Regierung sie auf dem normalen Gesetzgebungsweg ändert.

Wie hoch wäre die Obergrenze für dauerhafte Fachkräfte?

Laut Konzept bliebe sie bei 185.000 Plätzen im Jahr. Langfristig könnte sie gesenkt werden, wenn die Zuwanderung sonst über der Zahl neuer Wohnungen läge.

Wie bereite ich mich als Fachkraft aus Deutschland trotzdem gut vor?

Halten Sie Ihre Zeugnisse, Ihren Gesellenbrief oder Meisterbrief und Ihre Arbeitszeugnisse bereit, wo nötig mit englischer Übersetzung. Ein klarer englischer CV hilft, etwa mit Build AI CV. Ein deutscher Reisepass ersetzt keinen Englischtest wie IELTS oder PTE, falls das Visum oder der Arbeitgeber einen verlangt.

Wo finde ich Stellen mit Visumsponsoring?

Aktuelle Angebote von Arbeitgebern, die das Visum sponsern können, finden Sie in unserer Jobübersicht. Die Bewerbung ist kostenlos.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Opposition will die Nettozuwanderung zunächst auf 100.000 im Jahr senken, später auf rund 160.000.
  • Befristete Visa sollen in vier Jahren um etwa 650.000 zurückgehen.
  • Das dauerhafte Fachkräfteprogramm bliebe bei 185.000 Plätzen im Jahr.
  • Es ist ein Vorschlag: Alle heutigen Visumregeln gelten unverändert.

#auswandern nach australien #nettozuwanderung #australien #fachkräfte #opposition #arbeiten in australien

Weiterlesen

Alle Beiträge