Losglück statt Planbarkeit: Was die neuen Obergrenzen für Work and Travel in Australien bedeuten
Neuigkeiten · 23.09.2026 · 5 Min. Lesezeit

Viele junge Menschen aus Deutschland planen ein Jahr Work and Travel in Australien, und nicht wenige möchten danach verlängern. Genau hier setzen die neuen Pläne der australischen Regierung an: Wer ein zweites oder drittes Jahr mit dem Working Holiday Visum bleiben möchte, soll künftig an einem Losverfahren teilnehmen. Was heißt das für Sie, ob Sie noch in Deutschland planen oder schon in Australien arbeiten?
Die Zahlen, auf die es für Sie ankommt
Ab dem kommenden Jahr sollen die Plätze für das zweite Jahr auf 45.000 begrenzt werden, für das dritte Jahr auf nur noch 5.000. Im Vergleich zu den Zahlen von 2025 sind das über 21 % weniger Genehmigungen für das zweite Jahr und mehr als 80 % weniger für das dritte.
Das erste Working Holiday Visum bleibt nach heutigem Stand relativ gut erreichbar. Neu ist, was danach kommt. Bisher galt: Wer die Bedingungen erfüllt, bekommt die Verlängerung. Künftig leisten Sie die regionale Arbeit, also 88 Tage für das zweite Jahr und 179 Tage für das dritte, und landen danach in einer Verlosung. Ein Platz ist damit nicht mehr gewiss.
Warum sich die Rechnung für Backpacker verschiebt
Bisher war der Ablauf klar: regionale Tage sammeln, verlängern, länger bleiben, länger arbeiten und mehr vom Land sehen. Wer heute zwischen Australien, Kanada, Großbritannien oder einem anderen Working-Holiday-Land wählt, muss einkalkulieren, dass Monate auf einer Farm oder im Gastgewerbe am Ende vielleicht kein zusätzliches Jahr bringen.
Diese Abwägung betrifft vor allem drei Gruppen:
- Sie planen Ihr Work and Travel noch und überlegen, in welchem Land Sie das Jahr verbringen.
- Sie sind im ersten Jahr und fragen sich, ob sich die regionale Arbeit lohnt, wenn die Verlängerung nicht feststeht.
- Sie sind im zweiten Jahr und überlegen, ob Sie auf das Los für ein drittes Jahr setzen oder Ihre Ausreise oder einen anderen Visumweg planen.
Was noch offen ist
Mehrere Branchenverbände aus Tourismus, Landwirtschaft, Hotellerie und Wirtschaft lehnen die Pläne ab und weisen auf viele ungeklärte Fragen hin. Einige davon betreffen Bewerberinnen und Bewerber direkt:
- Wann beginnt das Losverfahren? Die Einführung ist offenbar für November vorgesehen, also mit sehr wenig Vorlauf.
- Wie werden die Plätze verteilt? Ob nach Visumart, nach Herkunftsland oder in einem gemeinsamen Topf gelost wird, verändert Ihre Chancen je nach Herkunft deutlich.
- Was passiert mit Menschen, die ihre regionalen Tage bereits nach den alten Erwartungen abgeleistet haben? Übergangsregeln sind noch nicht bestätigt.
Wenn Sie gerade mitten in Ihrer regionalen Arbeit stecken und mit den alten Regeln rechnen, sollten Sie genau diesen Punkt klären, bevor Sie weitere Pläne machen.
Häufige Fehler bei der Planung
Der größte Fehler ist die Annahme, dass regionale Arbeit automatisch ein zweites oder drittes Jahr einbringt. Künftig bringt sie Ihnen nur die Teilnahme an einer Verlosung. Ebenso riskant ist es, ohne Plan B nach Australien zu gehen: Denken Sie über einen anderen Visumweg, ein anderes Land oder einen kürzeren Aufenthalt in Australien nach. Und verlassen Sie sich nicht auf allgemeine Artikel, auch nicht auf diesen. Die Details werden noch ausgearbeitet, holen Sie sich deshalb aktuellen Rat zu Ihrem eigenen Fall.
Wenn Sie länger in Australien arbeiten möchten
Ein Working Holiday Visum ist kein Arbeitsvisum mit Sponsoring durch den Arbeitgeber. Wer langfristig in Australien arbeiten möchte, kann sich auch Stellen ansehen, bei denen ein Arbeitgeber das Visum sponsern kann. Aktuelle Angebote finden Sie unter Jobs in Australien, die Bewerbung ist kostenlos. Wie Farmen und Arbeitskräfte die Reform sehen, lesen Sie in unserem Beitrag über die Folgen der Working-Holiday-Reform, und was die Regierung für die Erntesaison plant, in unserem Artikel zum Arbeitskräftemangel auf den Farmen. Wenn Sie für Ihre regionalen Tage Saisonarbeit suchen, finden Sie bei Seasonal Jobs Australia Erntejobs und Farmarbeit (die Website ist auf Englisch).
Häufig gestellte Fragen
Bekomme ich mein erstes Working Holiday Visum weiterhin?
Nach den bisher bekannten Plänen bleibt das erste Visum relativ gut erreichbar. Die Begrenzung betrifft das zweite und das dritte Jahr. Prüfen Sie vor dem Antrag die aktuellen Angaben des australischen Innenministeriums (Department of Home Affairs).
Wie viele Plätze soll es für das zweite und dritte Jahr geben?
Geplant sind 45.000 Plätze für das zweite Jahr und 5.000 für das dritte. Das sind deutlich weniger Genehmigungen als 2025.
Lohnt sich die regionale Arbeit dann noch?
Das hängt von Ihren Zielen ab. Die 88 oder 179 Tage verschaffen Ihnen künftig einen Platz in der Verlosung, aber keine feste Verlängerung. Holen Sie sich persönlichen Rat, bevor Sie sich festlegen, vor allem wenn Ihre Planung von einem längeren Aufenthalt abhängt.
Was gilt für Menschen, die ihre Tage schon gesammelt haben?
Dazu gibt es noch keine bestätigten Übergangsregeln. Wenn Sie bereits mitten in der regionalen Arbeit sind, sollten Sie diese Regeln genau verfolgen. Für Sie sind sie entscheidend.
Das Wichtigste in Kürze
- Für das zweite Jahr sind 45.000 Plätze geplant, für das dritte nur 5.000.
- Regionale Arbeit führt künftig nur noch zur Teilnahme an der Verlosung.
- Start, Verteilung der Plätze und Übergangsregeln sind noch offen.
- Planen Sie eine Alternative ein und holen Sie sich aktuellen Rat zu Ihrem Fall.
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