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Work and Travel auf der Farm: Was die Kürzungen beim Working Holiday Visum für Sie bedeuten

Neuigkeiten · 25.09.2026 · 4 Min. Lesezeit

Drei Erntehelfer pflücken Mangos auf einer australischen Plantage und sammeln sie im warmen Morgenlicht in Kisten.

Die australische Landwirtschaft stellt sich auf eine knappe Weihnachtsernte ein. Die Regierung hat weitreichende Änderungen am Working Holiday Maker Programm angekündigt, und das trifft vor allem Farmen, die Mangos, Beeren und andere Früchte mit kurzfristigen, mobilen Arbeitskräften ernten. Wenn Sie aus Deutschland mit Work and Travel nach Australien möchten und dabei an Farmarbeit denken, sollten Sie die neuen Regeln kennen.

Vom festen Anspruch zur Verlosung

Bisher konnten Backpacker nach 88 Tagen regionaler Arbeit damit rechnen, die Voraussetzungen für ein zweites Jahr zu erfüllen. Diese Gewissheit fällt weg. Künftig sollen die Visa für das zweite Jahr verlost werden, und die Zahl der Plätze sinkt von 57.000 auf 45.000. Beim dritten Jahr ist der Einschnitt noch größer: von 31.000 auf nur noch 5.000 Plätze.

Für Farmen, die ihre Erntepläne auf zurückkehrende Arbeitskräfte gestützt haben, bringt das viel Unsicherheit. Branchenverbände befürchten, dass Backpacker in Länder ausweichen, in denen ihr Visum besser planbar ist.

Warum kleine Farmen es am stärksten spüren

Nicht jeder Betrieb ist gleich betroffen. Große Farmen holen ihre Arbeitskräfte meist über das Pacific Australia Labour Mobility Programm (PALM), einen eigenen, stärker geregelten Weg. Auf Backpacker angewiesen sind vor allem kleinere Familienbetriebe, die keine Arbeit über das ganze Jahr bieten und saisonale Lücken füllen müssen.

PALM ist dabei kein gleichwertiger Ersatz. Die Arbeitskräfte dort sind meist an längere, fest geplante Einsätze gebunden. Der Vorteil von Working-Holiday-Reisenden war immer ihre Beweglichkeit: Sie ziehen innerhalb weniger Wochen der Ernte von einer Region zur nächsten hinterher.

Lange Bearbeitungszeiten verschärfen die Lage

Die Reform trifft auf einen Engpass, den es schon vorher gab. Bereits vor der Ankündigung war die Bearbeitung von Anträgen aus 24 von 29 berechtigten Ländern ausgesetzt, und die Bearbeitungszeiten sind von wenigen Tagen auf etwa drei Monate gestiegen. Da die Ernte von Zitrusfrüchten und Beeren in manchen Regionen in wenigen Wochen beginnt, fehlen vielen Betrieben schon deshalb Arbeitskräfte, egal wie die Verlosung ausgeht. Für Sie heißt das: Stellen Sie Ihren Antrag mit genug Vorlauf.

Ein Lichtblick: Landwirtschaft auf der Liste für Fachkräftevisa

Eine Änderung wird vorsichtig positiv gesehen: Die Landwirtschaft soll auf die australische Liste für Fachkräftevisa kommen. Die Branche begrüßt das, wartet aber noch auf Details, vor allem darauf, ob Berufe im Gartenbau dazugehören und welche Qualifikationen verlangt werden. Für Menschen aus Deutschland mit einer landwirtschaftlichen Berufsausbildung könnte das interessant werden, sobald die Details feststehen. Bis dahin können auch Arbeitgeber nicht verlässlich damit planen.

Häufige Fehler bei Work and Travel auf der Farm

Der größte Fehler ist, das zweite oder dritte Jahr als nahezu sicher einzuplanen. Diese Zeiten sind vorbei. Ebenso unklug ist es, die regionale Arbeit nebenbei zu erledigen: In einem Losverfahren zählt früh geleistete und sauber dokumentierte Arbeit mehr denn je. Und unterschätzen Sie die Bearbeitungszeit Ihres Antrags nicht.

Saisonstellen auf Farmen finden Sie bei Seasonal Jobs Australia (die Website ist auf Englisch). Wie das neue Losverfahren genau funktionieren soll, lesen Sie in unserem Beitrag zur Verlosung beim Working Holiday Visum, und wie die Regierung den Mangel an Erntehelfern angehen will, in unserem Artikel zur Erntesaison auf australischen Farmen. Stellen mit Visumsponsoring finden Sie unter Jobs in Australien.

Häufig gestellte Fragen

Bekomme ich nach 88 Tagen Farmarbeit noch ein zweites Jahr?

Das ist künftig nicht mehr sicher. Die Plätze für das zweite Jahr sollen verlost werden, und es gibt nur noch 45.000 statt 57.000.

Was ist das PALM-Programm?

Das Pacific Australia Labour Mobility Programm ist ein eigener, stärker geregelter Weg, über den vor allem große Farmen Arbeitskräfte für längere, fest geplante Einsätze holen. Für die flexible Arbeit von Backpackern ist es kein Ersatz.

Wie lange dauert die Bearbeitung eines Working Holiday Visums?

Zuletzt sind die Bearbeitungszeiten von wenigen Tagen auf etwa drei Monate gestiegen. Planen Sie deshalb genug Zeit ein, bevor Sie Ihre Reise fest buchen oder eine Stelle zusagen.

Gibt es bald Fachkräftevisa für die Landwirtschaft?

Die Landwirtschaft soll auf die Liste für Fachkräftevisa kommen. Welche Berufe dazugehören und welche Qualifikationen nötig sind, ist noch offen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das zweite Jahr soll verlost werden, mit 45.000 statt 57.000 Plätzen.
  • Für das dritte Jahr bleiben nur noch 5.000 statt 31.000 Plätze.
  • Kleine Familienbetriebe trifft die Reform am stärksten.
  • Bearbeitungszeiten von etwa drei Monaten erfordern frühe Anträge.
  • Die Landwirtschaft soll auf die Liste für Fachkräftevisa kommen, Details fehlen noch.

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