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Langsamere Working Holiday Visa und Streit um Kürzungen: Warum Australiens Wirtschaft vor Personalmangel warnt

Neuigkeiten · 21.08.2026 · 4 Min. Lesezeit

Eine Frau und zwei Männer prüfen gemeinsam ein Metallbauteil in einer hellen Werkstatt mit Blick auf eine australische Skyline.

Während Politiker in Australien über Wege streiten, die Zuwanderung zu begrenzen, schlagen die größten Arbeitgeber des Landes Alarm: Wer jetzt bei den Fachkräften kürzt, könnte genau die Projekte bremsen, von denen die Wirtschaft lebt. Gleichzeitig hat sich für junge Menschen aus Deutschland, die Work and Travel planen, schon etwas geändert, und zwar ohne große Ankündigung.

Was sich beim Working Holiday Visum bereits geändert hat

Abseits der Schlagzeilen über Kürzungen hat der zuständige Minister bestätigt, dass Anträge auf ein Working Holiday Visum langsamer bearbeitet werden als zuvor. Einen Grund nannte er nicht. Unternehmensverbände halten das für bedeutsamer, als es scheint: Befristete Arbeitskräfte und Backpacker füllen wichtige, flexible Lücken in ländlichen Regionen und in der Landwirtschaft, die die dauerhafte Zuwanderung nicht abdeckt.

Der Minister brachte die Verlangsamung auch mit einem anderen Thema in Verbindung. Seit die Schutzrechte für Beschäftigte im Programm Pacific Australia Labour Mobility (PALM) gestärkt wurden, sind manche Arbeitgeber offenbar auf Backpacker ausgewichen. Das untergräbt nach seiner Darstellung den Zweck dieser Schutzrechte. Für Sie bedeutet das: Wenn Sie ein Working Holiday in Australien planen, rechnen Sie mit einer längeren Wartezeit und stellen Sie Ihren Antrag früh. Denken Sie auch daran, dass ein Working Holiday Visum kein Sponsoring durch einen Arbeitgeber ist.

Die politischen Vorschläge im Überblick

Die Bundesregierung erwägt weitere Einschränkungen. Ein Vorschlag sieht vor, die Anträge von Familienangehörigen der Fachkräfte außerhalb Australiens zu bearbeiten statt zusammen mit dem Hauptantrag. Aus der Opposition kam die Idee, die Zahlen bei Backpackern und internationalen Studierenden „moderat“ zu senken. Die eigenen Parteikollegen wurden davon offenbar überrascht, weil die Idee nicht abgestimmt war.

Kleinere Parteien gehen weiter. Eine von ihnen will das Programm für dauerhafte Zuwanderung von 185.000 auf rund 130.000 Plätze kürzen. Welche Visumarten das treffen soll, sagt sie nicht, abgesehen von rund 75.000 Menschen, die sich nach ihrer Darstellung ohne Erlaubnis im Land aufhalten. Die Partei stellt eine „Atempause“ für das Land über die Sorgen der Wirtschaft.

Die Gegenrechnung der Arbeitgeber

Die Unternehmensverbände halten dagegen. Australien ist nicht das einzige Land, das Fachkräfte sucht. Wird das System weniger einladend, gehen die Leute woandershin. Große Bauvorhaben wie die Infrastruktur für die Olympischen Spiele in Queensland lassen sich nach Ansicht der Industrie ohne zugewanderte Arbeitskräfte nicht besetzen.

Die Rohstoffbranche schätzt, dass sie in den nächsten drei Jahren rund 40.000 zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland braucht, nur um laufende und genehmigte Projekte am Laufen zu halten. Die Zahl der Beschäftigten aus dem Ausland in der Branche hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt, und trotzdem fehlen Leute. In Westaustralien gelten zugewanderte Arbeitskräfte als wichtiger für die Wirtschaft als irgendwo sonst im Land. Bemerkenswert: Vertreter des Bergbaus trennen deutlich zwischen Politik und Sache. Dass ein großer Spender aus der Branche die Partei unterstützt, die die Kürzungen fordert, hält sie nicht davon ab, deren Pläne zur Zuwanderung abzulehnen.

Wohnungsnot gegen Personalbedarf

Hinter der Debatte steht ein Spannungsfeld: kurzfristiger politischer Druck, vor allem wegen der hohen Wohnkosten, gegen den langfristigen Bedarf der Wirtschaft. Die Verbände bestreiten die Wohnungsfrage nicht. Sie wollen sie aber getrennt davon behandeln, ob Australien seine Infrastrukturprojekte, den Rohstoffsektor und die Regionen ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland besetzen kann. Einen vollständigen Plan mit genauen Zahlen hat bisher keine Seite vorgelegt.

Häufig gestellte Fragen

Werden Working Holiday Visa für Australien langsamer bearbeitet?

Ja. Der zuständige Minister hat das bestätigt, aber keinen Grund genannt. Stellen Sie Ihren Antrag deshalb frühzeitig.

Ist die Zuwanderung schon gekürzt worden?

Nein. Es gibt Vorschläge aus Regierung, Opposition und kleineren Parteien, aber noch keinen fertigen Plan mit Zahlen.

Warum ist die Wirtschaft gegen Kürzungen?

Sie braucht Fachkräfte für große Projekte. Allein die Rohstoffbranche spricht von rund 40.000 zusätzlichen Arbeitskräften aus dem Ausland in drei Jahren.

Ist ein Working Holiday ein Weg zum Visumsponsoring?

Nicht automatisch. Das Working Holiday Visum ist ein eigenes Visum. Ein Sponsoring durch einen Arbeitgeber ist ein getrennter Antrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Working Holiday Visa werden derzeit langsamer bearbeitet.
  • Über Kürzungen bei der Zuwanderung wird gestritten, beschlossen ist nichts.
  • Die Rohstoffbranche braucht rund 40.000 zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland.
  • Arbeitgeber wollen die Wohnungsfrage getrennt vom Personalbedarf behandeln.

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