Bis 2035 könnten rund 935.600 Handwerker fehlen: Was das für Fachkräfte aus Deutschland bedeutet
Neuigkeiten · 10.09.2026 · 3 Min. Lesezeit

Wer als Handwerker aus Deutschland schon länger mit dem Gedanken an Australien spielt, bekommt jetzt neue Zahlen zum Nachdenken. Ein aktueller Branchenbericht beziffert die Lücke bei Handwerkern und Bauarbeitern: Ohne deutliche Gegenmaßnahmen könnten bis 2035 rund 935.600 Fachkräfte fehlen. Selbst wenn alle empfohlenen Reformen umgesetzt würden, blieben mehr als 84.000 Stellen unbesetzt.
Woher der Mangel kommt
Der Verband Master Builders Australia sieht kein kurzfristiges Problem, sondern ein strukturelles: Die Ausbildung neuer Fachkräfte hält mit dem Arbeitsvolumen nicht Schritt. In den nächsten fünf Jahren sind Infrastrukturausgaben von rund $242 billion geplant, dazu kommt der jahrzehntelange Umbau hin zu klimaneutraler Energie. Wohnungen, Bahnstrecken, Straßen und Anlagen für erneuerbare Energie konkurrieren um dieselben Fachkräfte.
Auch Infrastructure Australia warnt vor einem Engpass von 300.000 Arbeitskräften um das Jahr 2027, wenn die Zahl der Infrastrukturprojekte ihren Höhepunkt erreicht. Nachfrage und Angebot entwickeln sich in entgegengesetzte Richtungen, und Zuwanderung gehört zu den wenigen Hebeln, die schnell wirken.
Die Zahlen zur Zuwanderung
Die Entwicklung der vergangenen Jahre spricht eine klare Sprache:
- Die Zahl der Fachkräftevisa für Bauberufe hat sich seit 2019 verdreifacht.
- Im Finanzjahr 2024–25 wurden 15.524 solcher Visa erteilt, so viele wie seit einem Jahrzehnt nicht.
- Die Regierung stellt in diesem Haushalt $85 million bereit, um die Anerkennung von Qualifikationen für Migranten im Land zu beschleunigen.
- Neue Auszubildende im Wohnungsbau können $10,000 erhalten, dazu kommt ein erweiterter Zugang zu Free TAFE.
Die Regierung sieht Fachkräftezuwanderung ausdrücklich als festen Teil ihrer Antwort, gleichrangig mit der Ausbildung im eigenen Land.
Was Handwerker aus Deutschland daraus ableiten können
Eine langfristige Chance. Eine Lücke, die bis 2035 reicht, spricht für dauerhafte Nachfrage in Zimmerei, Elektrotechnik, Sanitär, Tiefbau und verwandten Berufen.
Anerkennung wird wichtiger. Nach Einschätzung der Branche könnten über 18.000 Fachkräfte, die bereits im Land sind, fast sofort eingesetzt werden, wenn ihre Qualifikationen schneller anerkannt würden. Für Sie heißt das: Bereiten Sie die Anerkennung Ihres Gesellenbriefs oder Meisterbriefs früh vor. In Australien ist dafür meist ein Skills Assessment nötig, für manche Berufe zusätzlich eine Lizenz. Lassen Sie Ihre Zeugnisse und Arbeitszeugnisse ins Englische übersetzen, wo es verlangt wird.
Die politische Richtung stimmt. Mehr Visa, Rekordzahlen und neue Mittel für die Anerkennung zeigen, dass Australien qualifizierte Handwerker sucht. Ein Visum kann Ihnen trotzdem niemand versprechen; es hängt von Ihrer Stelle und Ihren Unterlagen ab.
Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über Handwerker als gefragte Fachkräfte und in unserem Artikel zur Lücke im Bau. Wie die Anerkennung funktioniert, erklärt RPLDirect zum Skills Assessment in Australien. Stellen finden Sie auf unserer Jobseite.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Handwerker fehlen Australien bis 2035?
Ohne Gegenmaßnahmen könnten es rund 935.600 sein. Selbst im besten Fall blieben mehr als 84.000 Stellen offen.
Welche Berufe sind besonders gefragt?
Unter anderem Zimmerleute, Elektriker, Installateure und Fachkräfte im Tiefbau. Die Nachfrage hängt an Wohnungsbau, Infrastruktur und Energiewende.
Wie viele Visa für Bauberufe wurden zuletzt erteilt?
Im Finanzjahr 2024–25 waren es 15.524, so viele wie seit einem Jahrzehnt nicht. Seit 2019 hat sich die Zahl verdreifacht.
Was muss ich als Handwerker aus Deutschland vorbereiten?
Vor allem die Anerkennung Ihrer Qualifikation über ein Skills Assessment und, je nach Beruf, eine Lizenz. Halten Sie Zeugnisse und Nachweise Ihrer Berufserfahrung bereit.
Das Wichtigste in Kürze
- Bis 2035 könnten Australien rund 935.600 Handwerker und Bauarbeiter fehlen.
- Die Zahl der Fachkräftevisa für Bauberufe hat sich seit 2019 verdreifacht.
- Die Regierung investiert in eine schnellere Anerkennung von Qualifikationen.
- Planen Sie Skills Assessment und Übersetzungen früh ein.
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